BVR talks! Special - mit Simon Verhoeven
Simon Verhoeven zählt zu den erfolgreichsten deutschen Regisseuren seiner Generation – und zu den neugierigsten. Er dreht persönliche Filme, die beim breiten Publikum ankommen, aber auch vom Feuilleton geschätzt werden. Filme, die von innen heraus immer nach dem fragen, was Menschen wirklich antreibt, was sie sich wünschen und wovor sie Angst haben. Seine Figuren dürfen Krisen haben, unerfüllte Sehnsüchte und auf ihrer Suche nach Glück auch immer wieder scheitern und Fehler machen, für die er sie nicht beschämt, sondern durch die wir sie umso mehr lieben lernen.
In Männerherzen lässt er eine Handvoll Männer mit ihren Sehnsüchten und Selbstbildern kollidieren – zärtlich, komisch und ohne jedes Urteil. Willkommen bei den Hartmanns weitet diesen Blick zur Gesellschaftssatire: eine Familie, die an ihren eigenen bürgerlichen Entwürfen scheitert und dabei offen für das Fremde wird. Mit Girl You Know It’s True taucht er ins hedonistische München der 80er Jahre ein und erzählt vom Rausch des Erfolgs und der Zerbrechlichkeit von Fassaden – zwei Männer, die eine Rolle spielen, bis die Rolle sie auffrisst. In Nightlife kämpft ein Mann um die Liebe einer Frau, die ihn nicht ernst nimmt – und die Nacht, sein Element, wird gleichzeitig zum Hindernis und zur Bühne, auf der er sich beweisen muss. Und gerade ist ihm mit Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, der Adaption von Joachim Meyerhoffs autobiografischem Roman, ein Film über Verlust gelungen, der so voller Leben ist, dass man seine Wärme mit sich trägt und angesteckt wird von seiner Zärtlichkeit und dem unverfroren humorvollen Blick auf die Eigenarten von Menschen, die man liebt.
BVR talks ist ein Raum für Erfahrungsaustausch rund um das Regiehandwerk – ein Safe Space, um entlang des Werkes erfahrener Kolleginnen und Kollegen gemeinsam Fragen nachzugehen, die für unsere Arbeit wirklich zählen.
Mit Simon Verhoeven haben wir jemanden zu Gast, der als Regisseur, Autor und Produzent immense Erfahrung bei der Entwicklung und Realisierung von Filmen hat, die klug sind und das Publikum begeistern. Kino mit Anspruch und damit volle Kinosäle unterhalten, gilt in Deutschland oft als unvereinbar.
Wir sprechen mit ihm übers Filmemachen, übers Scheitern, Wiederaufstehen und Weitermachen - und über die Schubladen im deutschen Filmgeschäft, in die wir reinpassen sollen.
Wir sehen uns am 19. März!